TGA-Simulation zeigt Optimierungspotenzial
Kühl- und Heizlasten belastbar berechnet mit Value Engineering
Der Timber Marina Tower, 113 m hoch, 45.400 m². Wärme, Kälte und Rückkühlung kommen aus dem Donauwasser.
Die Versorgung ist komplex: rund 20 RLT-Anlagen, offen hängende Heiz-/Kühlsegel, mehrere Technikzentralen. Ausgelegt waren diese Anlagen auf statische Maximalfälle.
Die Frage an die Auslegung
Zu prüfen war, ob diese Spitzen unter realen Wiener Klima-, Nutzungs- und Betriebsbedingungen tatsächlich gleichzeitig auftreten. Oder ob die Anlagen größer dimensioniert waren als erforderlich.
Beantworten lässt sich das nur über den realen Jahresbetrieb.
Vom Planungsstand zum digitalen Zwilling
OPTIMUSE verknüpfte mehr als 100 Dokumente, 43 Pläne sowie BIM-, Last- und TGA-Daten in einem digitalen Zwilling. Geometrie, Anlagen, Nutzung, Lasten, Klimadaten und Regelung wurden in einem gemeinsamen Modell zusammengeführt.
Darauf wurde der Jahresbetrieb simuliert: Heiz- und Kühllasten über ein vollständiges Jahr berechnet, inklusive Gleichzeitigkeit, Verschattung, Wärmerückgewinnung und Betriebszeiten.
Die simulierten Spitzenlasten und die Komfortbedingungen während der Betriebszeiten wurden bewertet und als CAPEX-Potenzial für die Ausschreibung aufbereitet.
Eine Spitze von 11 Stunden
Der Kältebedarf liegt nur 11 Stunden pro Jahr über 2,4 MW. Auf diese Stunden war ein erheblicher Teil der Leistung ausgelegt.
Die dynamische Simulation ersetzt den theoretischen Auslegungsfall durch tatsächlich gleichzeitig auftretende Gebäudelasten. So kann die Technik kleiner ausgeschrieben werden, ohne Komfort oder Energiekonzept zu verändern.
Die Komfortbedingungen werden während der definierten Betriebszeiten eingehalten. Donauwasser, Wärmerückgewinnung und PV bleiben unverändert. Zusätzliches Potenzial liegt bei Registern, Verrohrung und Wärmetauschern.
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