BIM-Mengenermittlung im Innenausbau
Vom Flächenpreis zur belastbaren Menge
Eine Ausschreibung ohne Massen
Ein Bürohochhaus in NRW, über 43.000 m² Mietfläche. Mehrere Obergeschosse werden revitalisiert, ausgeschrieben ist der Innenausbau.
Die Unterlagen waren eine funktionale Leistungsbeschreibung, 2D-DWG, PDFs. Pläne also, aber keine Massen. Die muss der Generalunternehmer selbst ermitteln. Hauptgewerk ist eine aktivierte Metall-Kühldecke.
Wo der Preis einer Kühldecke entsteht
Über die Fläche lässt sich diese Decke nicht schätzen. Fast jede Platte ist anders geschnitten, wegen Sprinklern, Rauchmeldern und Stützen. Und jede abweichende Platte muss die Fabrik einzeln einrichten.
Diese Umrüstungen treiben den Preis, nicht die Quadratmeter. Kalkulieren lässt sich das nur über die Zahl der Varianten.
Vom 2D-Plan zum klassifizierten Modell
OPTIMUSE überführte die vorhandenen 2D-Unterlagen in ein BIM-Modell in ArchiCAD, mit Fokus auf die Deckenpaneele in drei Geschossen. Grundlage waren die 2D-Pläne und die funktionale Leistungsbeschreibung.
Dann wurde jedes einzelne Paneel teilautomatisiert klassifiziert: nach Status, nach Geometrie millimetergenau, nach Ausschnitten. Erst das zeigt, welche Platten wirklich gleich sind.
Was dabei herauskam
2.932 Paneele über drei Geschosse, einzeln erfasst und klassifiziert: 1.050 Neubau, 1.846 Bestand, 36 Austausch.
Im Hauptgeschoss ging die Auswertung ins Detail. 929 Platten, daraus 520 unterschiedliche Varianten, davon 52 mit Stützenausschnitt. Nicht 929 Platten bestimmen den Preis, sondern diese 520 echten Varianten.
Übergeben wurde eine verwertbare Datenbasis: Excel-Listen je Geschoss, eine Element-ID je Paneel, IFC- und ArchiCAD-Dateien auf der Projektplattform. Weniger als drei Tage nach Beauftragung. Die automatisierte Auswertung ersetzte rund 12 Personentage manueller Mengenermittlung und ermöglichte Effizienz innerhalb der Angebotsfrist.
Was das für das Angebot bedeutet
Das Angebot steht damit auf einer nachprüfbaren Zahl statt auf einer groben Schätzung. Das schützt in beide Richtungen: vor Unterkalkulation, die Verlust bedeutet, und vor Überkalkulation, die den Auftrag kostet.
Der Deckenlieferant bestätigte die Daten als vollständig verwertbar. Und das Modell bleibt nutzbar, fortschreibbar in der weiteren Planung und übertragbar auf ähnliche Anfragen.
Ergebniszahlen
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